DGM Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH

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Mittelstand sieht Chancen in Osteuropa

13.Dezember 2010 unter: Wirtschaft Tags: ,

Laut einer Umfrage von Creditreform wollen deutsche Unternehmen das europäische Exportgeschäft weiter intensivieren. Nahezu zwei Drittel (61,8 Prozent) der befragten Firmen planen, den Exportanteil am Umsatz auszuweiten. Bereits heute erzielt gut jedes vierte Exportunternehmen (28,4 Prozent) mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit ausländischen Kunden aus Europa.

Die deutsche Wirtschaft sieht die lukrativsten europäischen Absatzmärkte im Osten. Wenn es darum geht, welche Länder im kommenden Jahr neu erschlossen werden sollen, werden die Länder Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Bosnien (12,7 Prozent), Russland/Ukraine (11,3 Prozent), aber auch die Türkei (11,3 Prozent), am häufigsten genannt. Dabei überlässt der Mittelstand das Feld nicht den Großunternehmen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter verfolgen derzeit eine Expansionsstrategie gen Osteuropa, wo sie das größte Umsatzpotenzial identifiziert haben und holen zunehmend auf.

Bilanzqualität im Mittelstand weiter verbessert

6.Dezember 2010 unter: Wirtschaft Tags: ,

Die Bilanzqualität im Mittelstand hat sich trotz der Krise im Jahr 2009 weiter verbessert. Der von der Universität Münster im Auftrag der WGZ Bank ermittelte Bilanzqualitätsindex für das Jahr 2009 stieg auf 109,9 Punkte, im Jahr 2008 waren es noch 108,4 Punkte. Die Wissenschaftler werteten mehr als 50.000 Jahresabschlüsse mittelständischer Unternehmen anhand von fünf Finanzkennzahlen wie der Eigenkapitalquote, der Gesamtkapitalrentabilität oder dem dynamischen Verschuldungsgrad aus.

Besonders die Eigenkapitalquote mittelständischer Unternehmen hat sich seit der Beginn der Erhebung im Jahr 2002 bemerkenswert erhöht: Betrug sie bei der ersten Studie vergleichsweise niedrigere 17,4 Prozent, erreichte sie 2009 beachtliche 29,8 Prozent. Der entsprechende Unterindex verbleibt somit auf dem hohen Vorjahrsniveau von 141,7 Punkten. Für das kommende Jahr sagt die WGZ Bank eine weitere moderate Verbesserung der Bilanzqualität im Mittelstand voraus.

Es ist einfach Verantwortung

29.November 2010 unter: Zwischenruf Tags: , ,

von Steffen Wagner

Am 1. November hat die internationale Normungsorganisation ISO die ISO Norm 26000 nach mehr als 5-jähriger Beratung verabschiedet. 66 von 99 beteiligten nationalen Normungsorganisationen stimmten dafür. ISO 26000 ist ein freiwilliger Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen, also auch von Unternehmen. Auf rund 100 Seiten gibt dieser Leitfaden Empfehlungen für sozial verantwortliches Handeln von unter anderem Unternehmen. Die sieben Kernthemen sind: Unternehmensführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, fairer Umgang im eigenen und mit anderen Unternehmen, das Verhalten gegenüber den Kunden und die Weiterentwicklung des lokalen und regionalen Umfelds des Unternehmens. Ein sicherlich ehrenwertes Unterfangen, aber wird es positive Folgen haben oder wurde den schön klingenden Begriffen wie Corporate Social Responsibility oder Corporate Citizenship lediglich die neue Zauberformel ISO 26000 hinzugefügt, auf dass nun alles besser werde?

Übrigens hat sich Deutschland enthalten, weil die Gewerkschaften in der komplex aufgebauten Delegation geschlossen gegen die Norm gestimmt haben, was die Zustimmung blockierte, obwohl die deutschen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbraucherschutz, NGOs und Wissenschaft dafür waren. Macht ja nichts, kann man da wohl zum Glück sagen. Denn wer wird die 100 Seiten von ISO 26000 lesen, die in der gedruckten oder der Downloadversion jeweils 152,30 € kosten?

Das ist natürlich polemisch. Aber ist es nicht gerade für den Mittelstand viel nützlicher, die Diskussion über die gesellschaftliche Verantwortung wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen? Wenn wir das Ganze unternehmerische Verantwortung nennen und die verführerisch funkelnden Anglizismen weglassen, können sich Mittelständler wahrscheinlich ganz schnell darauf einigen, was sie darunter verstehen: Ein Vorschlag:

1. Ein Unternehmer soll seinen Betrieb so führen, dass er langfristig wirtschaftlich erfolgreich ist.

2. Ein Unternehmer soll seine Mitarbeiter fair und anständig behandeln, angemessen bezahlen und auch am Erfolg teilhaben lassen.

3. Ein Unternehmer soll Ressourcen schonend einsetzen und keine Gewinne auf Kosten der Umwelt machen.

4. Ein Unternehmen ist seinen Kunden gegenüber verpflichtet – das gilt besonders für die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen, für die er einen fairen Preis verlangt.

5. Ein Unternehmer achtet den fairen Umgang mit Lieferanten und Geschäftspartnern und bezahlt erbrachte Leistungen entsprechend.

6. Im Verhältnis zu Konkurrenten gilt für den Unternehmer das Prinzip des freien und fairen Wettbewerbs.

7. Ein Unternehmer ist Teil der Gemeinschaft, in der er lebt. Deshalb begreift er gesellschaftliches Engagement als Verpflichtung und Teil der unternehmerischen Aufgabe.

Diese sieben Grundsätze habe ich in weniger als zehn Minuten formuliert. Was vielleicht auch damit etwas zu tun hat, dass es das Thema der unternehmerischen Verantwortung schon lange gibt. Jakob Fugger „der Reiche“ hat die Augsburger Fuggerei 1521 gegründet, eine Sozialsiedlung, in der heute immer noch 150 Menschen für eine Jahresmiete von 0,88 Euro pro Kopf (und drei Gebete pro Tag) leben. Der deutsche Mittelstand braucht also weniger neue Begriffe oder neue Normen, so sinnvoll die im internationalen Kontext auch sein mögen, sondern eher die Rückbesinnung auf das, was traditionell sein Selbstverständnis ausgemacht hat.

Steffen Wagner ist Inhaber der Berliner Agentur “Die Kommunikationsarbeiter”. Er berät Unternehmen und Organisationen bei der Öffentlichkeitsarbeit und in allen Fragen der Kommunikation. Sie erreichen den Autor unter wagner@die-kommunikationsarbeiter.de.

Deutsche vertrauen dem Mittelstand

22.November 2010 unter: Allgemein Tags: ,

71 Prozent der Deutschen sagen, dass sie mittleren und kleinen Unternehmen vertrauen. Fast jeder zehnte hat „sehr viel Vertrauen“ in den Mittelstand, 62 Prozent „ziemlich viel“. Das ergab die repräsentative Umfrage Rechtsreport 2010 des Allensbacher Instituts für Demoskopie im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherung. Damit steht der deutsche Mittelstand auf Platz 2 unter den vertrauenswürdigen Institutionen in Deutschland. Mehr Vertrauen bringt die Bevölkerung nur der Polizei mit 74 Prozent entgegen. Besonders bemerkenswert aber ist der Vergleich zu großen Wirtschaftsunternehmen: Nur zwei Prozent haben zu Konzernen „sehr viel Vertrauen“ und nur 20 Prozent wenigstens „ziemlich viel Vertrauen“.

Positive Geschäftslage, doch Fachkräfte fehlen

1.November 2010 unter: Allgemein Tags: , ,

Die große Mehrheit der deutschen mittelständischen Unternehmen macht gute Geschäfte: Laut der aktuellen Mittelstandsumfrage der DZ Bank schätzen 71 Prozent der Mittelständler ihre aktuelle Lage als gut ein, neun Prozent bezeichnen ihre Lage sogar als sehr gut. Lediglich fünf Prozent bewerten ihre Geschäftssituation als schlecht. Die Genossenschaftliche Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken befragte 1.500 Unternehmen des deutschen Mittelstands.

Diese äußerst positive Einschätzung wird auch durch optimistische Zukunftserwartungen unterfüttert. Immer noch gehen 45 Prozent der Befragten davon aus, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten weiter verbessern wird und nur neun Prozent erwarten eine Verschlechterung. Das wirkt sich auch positiv auf die Personalplanung aus: Knapp ein Viertel der Unternehmen will innerhalb der nächsten sechs Monate seinen Personalbestand erhöhen, unter den Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten sind es sogar rund 30 Prozent. Dagegen gehen lediglich neun Prozent von einer sinkenden Mitarbeiterzahl aus. Der Personalaufbau stößt allerdings auf Hindernisse: So erklären über 27 Prozent der Unternehmen, sie seien vom Fachkräftemangel stark betroffen, und 29 Prozent der Befragten können aktuell offene Stellen nicht besetzen. Am schwierigsten ist die Situation insgesamt für die großen Mittelständler mit mehr als 200 Beschäftigten. 41 Prozent von ihnen sagten, sie seien vom Fachkräftemangel stark betroffen, und noch mehr – 45 Prozent – können derzeit offene Stellen nicht besetzen.