DGM Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH

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Mittelstand im harten Wettbewerb um Fachkräfte

16.August 2010 unter: Zwischenruf Tags: , ,

von Norbert Markut

Seit Jahren wird in vielen Branchen der Wettbewerb um qualifizierte Facharbeiter und Führungskräfte immer härter – das spürt insbesondere der Mittelstand. Die Eignungsprofile für Mitarbeiter werden aufgrund der steigenden Kundenanforderungen immer komplexer und die Fähigkeit leistungsstarke Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden, ist schon jetzt zu einem entscheidenden Faktor für das weitere Wachstum von Unternehmen geworden.

Um die besten Köpfe für sich gewinnen zu können, müssen sich Unternehmen mit einem klaren Profil positionieren und sich als starke Arbeitgebermarke etablieren. Der Mittelstand hat deutlichen Nachholbedarf, wenn es darum geht, sich gegenüber bekannten Arbeitgebern – wie zum Beispiel großen Konzernen – zu differenzieren und an Attraktivität für die zukünftigen Leistungsträger zu gewinnen. Auch Mittelständler, die in ihrer Branche sehr erfolgreich sind oder in bestimmten Nischen sogar den Weltmarkt anführen, werden von einer überregionalen Öffentlichkeit kaum beachtet.

Durch Defizite in der Personalarbeit gefährdet der Mittelstand die Realisierung seiner Wachstumsziele. Deshalb müssen die Themen Personalbeschaffung und Personalentwicklung auch im Mittelstand eine hohe Priorität bei der Unternehmensführung bekommen, so wie es in Großunternehmen schon jetzt üblich ist. Gleichzeitig müssen mittelständische Unternehmen ihre Aktivitäten in der Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, um ihr Profil als attraktive, verlässliche Arbeitgeber zu schärfen, die soziale Kompetenz und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbinden und leistungsstarken Mitarbeitern individuelle Karrierechancen bieten.

Dipl.-Wirt.-Ing. Norbert Markut ist Geschäftsführer der Markut Consulting Group in Hamburg und seit über einem Jahrzehnt spezialisiert auf die nachhaltige, strategische Besetzung von Fach- und Führungskräften im Mittelstand. Sie erreichen den Autor unter markut@markut-consulting.de.

Ingenieurmangel kostet Wirtschaft 3,4 Milliarden

22.April 2010 unter: Wirtschaft Tags:

Trotz der Wirtschaftskrise konnten in den deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr 34.000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden . Diese Zahl nannte der Direktor des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI), Willi Fuchs, bei der Vorstellung der Studie Ingenieurarbeitsmarkt 2009/10 auf der Hannover Messe. Zwei Drittel der offenen Stellen entfallen demnach auf Bayern, Baden-Württemberg, und Nordrhein-Westfalen. Durch diesen Fachkräftemangel, so Fuchs, seien der deutschen Wirtschaft 2009 über drei Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gegangen.

Durch die Krise hat sich die sogenannte Ingenieurlücke im Vergleich zum Jahr 2008 zwar fast halbiert, trotzdem liegt die Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent unter Ingenieuren immer noch auf Vollbeschäftigungsniveau. Die gemeinsame Studie des VDI und des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) sagt darüber hinaus einen Vergrößerung der Lücke in der nahen Zukunft voraus. Ab 2018 werden jährlich 44.000 Ingenieure – das Durchschnittsalter liegt heute bei rund 50 Jahren – in den Ruhestand gehen. Aufgrund der rückläufigen Absolventenzahlen (2009: 43.000) in den Ingenieursstudiengängen können diese nicht ersetzt werden. Hinzu kommt, dass das IW eine steigende Nachfrage nach Ingenieuren erwartet, weil alle Branchen zunehmend innovations- und wissensgetrieben funktionieren.

Heute arbeiten in Deutschland rund 1,5 Millionen Ingenieure, davon 700.000 in der Industrie – das sind 57 Prozent aller Arbeitnehmer im industriellen Sektor. In den deutschen Kernbranchen Elektrotechnik, Maschinenbau und Fahrzeugbau liegt der Anteil der Ingenieure sogar bei 75 Prozent VDI und IW fordern erhebliche Anstrengungen, um die Ingenieurslücke zu schließen und damit zukünftige Wertschöpfungsverluste zu begrenzen.