Betriebe kritisieren Unternehmensteuerreform
Deutschlands Unternehmen sind nach wie vor unzufrieden mit der Unternehmensteuerreform aus dem Jahr 2008. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). So kritisieren die Unternehmen vor allem die gewerbesteuerliche Hinzurechnung und fordern deren Abschaffung. Das Ziel, die steuerliche Bevorteilung von Fremdkapital gegenüber Eigenkapital zu verringern und die Gewerbesteuereinnahmen zu stabilisieren, sei verfehlt worden. Seit der Reform werden Finanzierungsanteile von Zinsen, Mieten, Lizenzen dem gewerbesteuerpflichtigen Gewinn zu 25 Prozent hinzugerechnet. Laut Umfrage sind rund 90 Prozent der Unternehmen davon betroffen. 38 Prozent der Befragten klagen über eine Mehrbelastung durch die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen, die vielfach über den eigentlichen Gewinn hinausgehe. Die durchschnittliche Mehrbelastung liegt bei 15,3 Prozent des Gewinns vor Steuern.
Probleme bereitet den Befragten auch die Thesaurierungsbegünstigung: Nur 27 Prozent der in Frage kommenden Personenunternehmen machen von der ermäßigten Besteuerung nicht entnommener Gewinne Gebrauch. Die restlichen 73 Prozent sehen in der Begünstigung keinen Vorteil. Im Ergebnis zahlen Sie deshalb höhere Steuern als Kapitalgesellschaften. Der DIHK fordert deshalb, die Thesaurierungsbegünstigung für die Personenunternehmen attraktiver zu gestalten. Darüber hinaus müsse der nominale Ertragsteuersatz von unter 30 Prozent müsse für alle Unternehmen gelten, unabhängig von ihrer Rechtsform oder Finanzierungsstruktur.