DGM Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH

Home » Seite 6

Es ist einfach Verantwortung

29.November 2010 unter: Zwischenruf Tags: , ,

von Steffen Wagner

Am 1. November hat die internationale Normungsorganisation ISO die ISO Norm 26000 nach mehr als 5-jähriger Beratung verabschiedet. 66 von 99 beteiligten nationalen Normungsorganisationen stimmten dafür. ISO 26000 ist ein freiwilliger Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen, also auch von Unternehmen. Auf rund 100 Seiten gibt dieser Leitfaden Empfehlungen für sozial verantwortliches Handeln von unter anderem Unternehmen. Die sieben Kernthemen sind: Unternehmensführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, fairer Umgang im eigenen und mit anderen Unternehmen, das Verhalten gegenüber den Kunden und die Weiterentwicklung des lokalen und regionalen Umfelds des Unternehmens. Ein sicherlich ehrenwertes Unterfangen, aber wird es positive Folgen haben oder wurde den schön klingenden Begriffen wie Corporate Social Responsibility oder Corporate Citizenship lediglich die neue Zauberformel ISO 26000 hinzugefügt, auf dass nun alles besser werde?

Übrigens hat sich Deutschland enthalten, weil die Gewerkschaften in der komplex aufgebauten Delegation geschlossen gegen die Norm gestimmt haben, was die Zustimmung blockierte, obwohl die deutschen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbraucherschutz, NGOs und Wissenschaft dafür waren. Macht ja nichts, kann man da wohl zum Glück sagen. Denn wer wird die 100 Seiten von ISO 26000 lesen, die in der gedruckten oder der Downloadversion jeweils 152,30 € kosten?

Das ist natürlich polemisch. Aber ist es nicht gerade für den Mittelstand viel nützlicher, die Diskussion über die gesellschaftliche Verantwortung wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen? Wenn wir das Ganze unternehmerische Verantwortung nennen und die verführerisch funkelnden Anglizismen weglassen, können sich Mittelständler wahrscheinlich ganz schnell darauf einigen, was sie darunter verstehen: Ein Vorschlag:

1. Ein Unternehmer soll seinen Betrieb so führen, dass er langfristig wirtschaftlich erfolgreich ist.

2. Ein Unternehmer soll seine Mitarbeiter fair und anständig behandeln, angemessen bezahlen und auch am Erfolg teilhaben lassen.

3. Ein Unternehmer soll Ressourcen schonend einsetzen und keine Gewinne auf Kosten der Umwelt machen.

4. Ein Unternehmen ist seinen Kunden gegenüber verpflichtet – das gilt besonders für die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen, für die er einen fairen Preis verlangt.

5. Ein Unternehmer achtet den fairen Umgang mit Lieferanten und Geschäftspartnern und bezahlt erbrachte Leistungen entsprechend.

6. Im Verhältnis zu Konkurrenten gilt für den Unternehmer das Prinzip des freien und fairen Wettbewerbs.

7. Ein Unternehmer ist Teil der Gemeinschaft, in der er lebt. Deshalb begreift er gesellschaftliches Engagement als Verpflichtung und Teil der unternehmerischen Aufgabe.

Diese sieben Grundsätze habe ich in weniger als zehn Minuten formuliert. Was vielleicht auch damit etwas zu tun hat, dass es das Thema der unternehmerischen Verantwortung schon lange gibt. Jakob Fugger „der Reiche“ hat die Augsburger Fuggerei 1521 gegründet, eine Sozialsiedlung, in der heute immer noch 150 Menschen für eine Jahresmiete von 0,88 Euro pro Kopf (und drei Gebete pro Tag) leben. Der deutsche Mittelstand braucht also weniger neue Begriffe oder neue Normen, so sinnvoll die im internationalen Kontext auch sein mögen, sondern eher die Rückbesinnung auf das, was traditionell sein Selbstverständnis ausgemacht hat.

Steffen Wagner ist Inhaber der Berliner Agentur “Die Kommunikationsarbeiter”. Er berät Unternehmen und Organisationen bei der Öffentlichkeitsarbeit und in allen Fragen der Kommunikation. Sie erreichen den Autor unter wagner@die-kommunikationsarbeiter.de.

Deutsche vertrauen dem Mittelstand

22.November 2010 unter: Allgemein Tags: ,

71 Prozent der Deutschen sagen, dass sie mittleren und kleinen Unternehmen vertrauen. Fast jeder zehnte hat „sehr viel Vertrauen“ in den Mittelstand, 62 Prozent „ziemlich viel“. Das ergab die repräsentative Umfrage Rechtsreport 2010 des Allensbacher Instituts für Demoskopie im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherung. Damit steht der deutsche Mittelstand auf Platz 2 unter den vertrauenswürdigen Institutionen in Deutschland. Mehr Vertrauen bringt die Bevölkerung nur der Polizei mit 74 Prozent entgegen. Besonders bemerkenswert aber ist der Vergleich zu großen Wirtschaftsunternehmen: Nur zwei Prozent haben zu Konzernen „sehr viel Vertrauen“ und nur 20 Prozent wenigstens „ziemlich viel Vertrauen“.

E-Bilanz auf 2012 verschoben

15.November 2010 unter: Allgemein Tags:

Die E-Bilanz wird erst ab 2012 zur Pflicht. Nach einer Verbandsanhörung im Oktober wird jetzt die Einführung der elektronischen Bilanz sowie der elektronischen Gewinn- und Verlustrechnung um ein Jahr verschoben. Darauf hat sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes und der Länder geeinigt. In der Anhörung war deutlich geworden, dass die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die E-Bilanz in den Unternehmen noch nicht vorhanden sind. Die Umstellung betrifft 1,35 Millionen Firmen in Deutschland. Dem Verordnungsentwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF), der die Einführung der E-Bilanz verschiebt, muss der Bundesrat noch in seiner Dezembersitzung zustimmen.

Erst Ende August hatte das (BMF) bekanntgegeben, welche Bilanzdaten Unternehmen nach Paragraph 5b des Einkommensteuergesetzes elektronisch übermitteln müssen. Das Ministerium erhebt dabei erheblich mehr Datensätze, als eine Bilanz nach dem Handelsgesetzbuch aufweist. In der E-Bilanz müssen Unternehmen mehr als 450 Kennzahlen melden, bisher waren es maximal 80. Das BMF teilte darüber hinaus mit, dass das Verfahren in einem Pilotprojekt mit freiwilligen Unternehmen erprobt werden soll. Vertreter des Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHT) und Steuerexperten kritisieren den hohen bürokratischen Aufwand und die Mehrkosten des Systems für die Unternehmen.

Unternehmensgründer schaffen mehr Arbeitsplätze

8.November 2010 unter: Wirtschaft Tags: , ,

Unternehmensgründer in Deutschland haben im Jahr 2009 rund 560.000 neue Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen. Das ist das Ergebnis des nun vorgestellten Gründungspanel von KfW, ZEW Mannheim und Creditreform. 2008 waren es noch 387.000 neue Jobs. Für das Panel wurden im Zeitraum April bis Juni dieses Jahres 6.000 Unternehmer befragt, die ihre Firma in den Jahren 2005 bis 2009 gegründet haben.

Trotz dieser Erfolgsbilanz klagt fast ein Fünftel der Befragten über Finanzierungsprobleme. Betroffen sind vor allem diejenigen, die einen höheren Investitionsbedarf aufgrund von F&E-Aktivitäten und Produkteinführungen haben. Unter der Mittelknappheit leiden vor allem junge Unternehmen in den Hightech-Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Die DGM bietet umfassende Beratung und verbindet dabei auch Fragen der Finanzierung und des Innovationsmanagements.

Positive Geschäftslage, doch Fachkräfte fehlen

1.November 2010 unter: Allgemein Tags: , ,

Die große Mehrheit der deutschen mittelständischen Unternehmen macht gute Geschäfte: Laut der aktuellen Mittelstandsumfrage der DZ Bank schätzen 71 Prozent der Mittelständler ihre aktuelle Lage als gut ein, neun Prozent bezeichnen ihre Lage sogar als sehr gut. Lediglich fünf Prozent bewerten ihre Geschäftssituation als schlecht. Die Genossenschaftliche Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken befragte 1.500 Unternehmen des deutschen Mittelstands.

Diese äußerst positive Einschätzung wird auch durch optimistische Zukunftserwartungen unterfüttert. Immer noch gehen 45 Prozent der Befragten davon aus, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten weiter verbessern wird und nur neun Prozent erwarten eine Verschlechterung. Das wirkt sich auch positiv auf die Personalplanung aus: Knapp ein Viertel der Unternehmen will innerhalb der nächsten sechs Monate seinen Personalbestand erhöhen, unter den Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten sind es sogar rund 30 Prozent. Dagegen gehen lediglich neun Prozent von einer sinkenden Mitarbeiterzahl aus. Der Personalaufbau stößt allerdings auf Hindernisse: So erklären über 27 Prozent der Unternehmen, sie seien vom Fachkräftemangel stark betroffen, und 29 Prozent der Befragten können aktuell offene Stellen nicht besetzen. Am schwierigsten ist die Situation insgesamt für die großen Mittelständler mit mehr als 200 Beschäftigten. 41 Prozent von ihnen sagten, sie seien vom Fachkräftemangel stark betroffen, und noch mehr – 45 Prozent – können derzeit offene Stellen nicht besetzen.