Ingenieurmangel kostet Wirtschaft 3,4 Milliarden
Trotz der Wirtschaftskrise konnten in den deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr 34.000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden . Diese Zahl nannte der Direktor des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI), Willi Fuchs, bei der Vorstellung der Studie Ingenieurarbeitsmarkt 2009/10 auf der Hannover Messe. Zwei Drittel der offenen Stellen entfallen demnach auf Bayern, Baden-Württemberg, und Nordrhein-Westfalen. Durch diesen Fachkräftemangel, so Fuchs, seien der deutschen Wirtschaft 2009 über drei Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gegangen.
Durch die Krise hat sich die sogenannte Ingenieurlücke im Vergleich zum Jahr 2008 zwar fast halbiert, trotzdem liegt die Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent unter Ingenieuren immer noch auf Vollbeschäftigungsniveau. Die gemeinsame Studie des VDI und des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) sagt darüber hinaus einen Vergrößerung der Lücke in der nahen Zukunft voraus. Ab 2018 werden jährlich 44.000 Ingenieure – das Durchschnittsalter liegt heute bei rund 50 Jahren – in den Ruhestand gehen. Aufgrund der rückläufigen Absolventenzahlen (2009: 43.000) in den Ingenieursstudiengängen können diese nicht ersetzt werden. Hinzu kommt, dass das IW eine steigende Nachfrage nach Ingenieuren erwartet, weil alle Branchen zunehmend innovations- und wissensgetrieben funktionieren.
Heute arbeiten in Deutschland rund 1,5 Millionen Ingenieure, davon 700.000 in der Industrie – das sind 57 Prozent aller Arbeitnehmer im industriellen Sektor. In den deutschen Kernbranchen Elektrotechnik, Maschinenbau und Fahrzeugbau liegt der Anteil der Ingenieure sogar bei 75 Prozent VDI und IW fordern erhebliche Anstrengungen, um die Ingenieurslücke zu schließen und damit zukünftige Wertschöpfungsverluste zu begrenzen.
