Mittelstand nutzt Kredite der EBRD nicht
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) vergibt Kredite für Projekte von Unternehmen in Osteuropa, auf dem Balkan und auch in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Vom durchaus exportorientierten deutschen Mittelstand gibt es aber keine Nachfrage nach den Aufbaukrediten. „Seltsamerweise ist unter den Anträgen keiner von deutschen Mittelständlern”, sagte der Executive Director der Bank, Joachim Schwarzer, in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. Es hat bisher nach Angaben der Zeitung überhaupt nur eine einzige Anfrage eines deutschen Mittelständlers gegeben – von einem hessischen Familienunternehmen für den Bau eines Werks in Kasachstan. Der Kredit sei prompt genehmigt worden.
Das Finanzierungsvolumen der EBRD betrug allein im Jahr 2010 neun Milliarden Euro. Seit der Gründung der Aufbaubank im Jahr 1991 profitierten davon vor allem von Firmen aus Spanien, Italien und Frankreich und einige wenige deutsche Konzerne. Der deutsche Mittelstand nutzt Chancen auf die finanzielle Unterstützung seines vielfältigen Auslandsengagements nicht. Dazu Schwarzer: „Anscheinend kommt in Deutschland nicht an, dass wir eine Mittelstandsbank sind.“ Die Bank gewährt langfristige Kredite über 15 Jahre nach Marktkonditionen. Dabei unterstützt die EBRD nach eigenen Auskünften auch Kredite für Projekte, die Privatbanken nicht finanzieren wollen. Das sei möglich, weil die Bank in den Projektländern Zugang auf allen Ebenen auch zu politischen Entscheidern habe, was die Sicherheit erhöhe und Probleme wie die Bürokratie oder Korruption minimiere.
Die DGM unterstützt sie in auch in internationalen Finanzierungsfragen. Wenn Sie Fördermitteln für die Finanzierungen Ihrer Projekte nutzen wollen, stehen Ihnen spezialisierte Ansprechpartner wie die Deutsche Unternehmens-Kapital (DUKON) zu Verfügung.